Der Januar bringt nicht nur frostige Temperaturen, sondern ist auch eine gute Gelegenheit für Gartenfans, sich um ihre Pflanzen zu kümmern. Trotz der winterlichen Ruhe gibt es Pflegearbeiten, die jetzt sinnvoll sind, um gesundes Wachstum und eine reiche Blüte im Frühling vorzubereiten. Julian Palphramand, der Leiter Pflanzen bei den British Garden Centres, erklärt, wie man die kalte Jahreszeit sinnvoll nutzt.
Warum Pflege im Januar Sinn macht
Während die Pflanzen im Januar ruhen, ist das ein guter Zeitpunkt, viele Laubbäume, Sträucher und Kletterpflanzen zurückzuschneiden. Palphramand sagt: „Januar ist eine ideale Zeit für das Schneiden vieler Laubbäume, Sträucher und Kletterpflanzen, da die Pflanzen ruhen, was gesundes Wachstum und verbesserte Blüte fördert. Ein Schnitt jetzt minimiert das Krankheitsrisiko und das Saftbluten für die Pflanzen.“ Das Entfernen toter oder beschädigter Äste reduziert nicht nur das Krankheitsrisiko, sondern verbessert auch die Luftzirkulation und stärkt die Pflanzen insgesamt.
Obstbäume: Apfel- und Birnbäume jetzt schneiden
Besonders Apfel- und Birnbäume profitieren von einem gezielten Rückschnitt in diesen Monaten. Palphramand erklärt, dass das hilft, die Form zu erhalten und die Fruchtbildung zu fördern. Empfohlen wird, tote, kranke oder sich kreuzende Äste zu entfernen und das Vorjahreswachstum um ein Drittel zu kürzen, idealerweise bis zu nach außen gerichteten Knospen. Auch Feigenbäume, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Brombeeren und herbsttragende Himbeeren sollten jetzt geschnitten werden. Bei Himbeeren und Brombeeren liegt ein besonderer Schwerpunkt auf einem starken Rückschnitt der fruchttragenden Ruten.
Rosen im Winter: was jetzt zu tun ist
Rosen profitieren ebenfalls von einem Rückschnitt im Winter. Bei Strauch- und Buschrosen sollten tote oder beschädigte Triebe entfernt und die Hauptäste um etwa ein Drittel oberhalb nach außen gerichteter Knospen gekürzt werden, damit die Luft besser zirkuliert. Kletterrosen brauchen außerdem die Entfernung toter oder sich reibender Ruten. Palphramand weist außerdem darauf hin, dass der Buddleja (Schmetterlingsflieder) kräftig bis auf 30 cm zurückgeschnitten werden kann. Bei spätblühenden Sträuchern wie Spiraea und Physocarpus genügt dagegen ein leichter Schnitt, um stärkere Triebe zu fördern.
Hortensien: wie Sie jetzt schneiden
Hortensien brauchen auch Aufmerksamkeit. Der Januar ist ein guter Moment, um Rispen- und glatte Hortensien zurückzuschneiden, damit kräftiges Frühlingswachstum angeregt wird. Diese Arten vertragen stärkere Schnitte: bis zu einem Drittel oder sogar die Hälfte des ältesten Holzes kann entfernt werden, bevor die Knospen zu schwellen beginnen. Frühe Hortensien sollten dagegen jetzt nicht geschnitten werden, um Beschädigungen oder den Verlust von Blüten zu vermeiden.
Fazit: Was Sie selbst tun können
Die Winterpflege im Januar bereitet den Garten auf ein gesundes und blühendes Jahr vor. Julian Palphramands Tipps helfen bei den richtigen Schnittentscheidungen und machen das Beste aus der Ruhephase der Pflanzen. Wenn Sie im Januar unterwegs sind und den Garten pflegen, können Sie im Frühling mit kräftigem Wachstum und üppiger Blüte rechnen. Ziehen Sie sich warm an, nehmen Sie sich Zeit und nutzen Sie diese ruhige Phase, um Ihrem Garten die nötige Pflege zu geben. Ein gut gepflegter Garten ist für Pflanzen und Gärtner gleichermaßen eine Belohnung und bleibt auch in der kalten Jahreszeit ein Rückzugsort und die Vorbereitung aufs nächste Jahr.