Warum WLAN manchmal nicht reicht — und was Kabelverbindungen besser machen
WLAN ist bequem, funktioniert aber nicht immer zuverlässig, gerade beim Übertragen großer Dateien, bei Video-Meetings in hoher Qualität oder beim Online-Gaming. Kabelverbindungen sind in der Regel schneller, zuverlässiger und haben eine geringere Latenz. Das macht einen großen Unterschied, wenn man im Alltag berufliche Anforderungen erfüllen will, ohne ständig unterbrochen zu werden.
Trotz dieser Vorteile ist das Verlegen von Ethernet-Kabeln oft schwierig. Lange Kabelstrecken (zum Beispiel 15 oder 30 Meter) wirken schnell unordentlich und sind teuer. In Mietwohnungen oder alten Gebäuden, in denen man Wände und Decken nicht anbohren darf, kommen Ethernet-Kabel meist gar nicht erst infrage.
MoCA als praktische Alternative
Die MoCA-Technologie, aktuell in der Version MoCA 2,5, ist eine spannende Alternative. Sie nutzt vorhandene Koaxialkabel (ursprünglich für TV gedacht), um Internetsignale zu übertragen. Die Technik erlaubt Geschwindigkeiten von bis zu 2,5 Gbps. An beiden Enden eines Koaxialanschlusses wird ein MoCA-Adapter gebraucht. Der Adapter hat zwei Anschlüsse: einen fürs Koaxialkabel und einen fürs RJ45-Ethernet-Kabel. So entsteht eine Verbindung, die genauso zuverlässig ist wie traditionelle Ethernet-Verkabelung.
Ein weiterer Pluspunkt: MoCA ist deutlich günstiger als das Verlegen neuer Ethernet-Kabel. Aufwändige Umbauten und Wanddurchbrüche entfallen, wodurch der Aufwand für eine stabile Internetverbindung stark sinkt.
Wie das in der Praxis funktioniert und persönliche Erfahrungen
Der Autor des Originalartikels auf ZDNET schildert seinen Umzug in eine loftartige Wohnung. Der Router stand im Wohnzimmer, das Büro lag am anderen Ende der Wohnung — mit Bereichen, in denen das WLAN durch Ziegelwände abgeschirmt wurde. Eine MoCA-Installation brachte Abhilfe: Kurze Koaxialkabel von der Wand zum MoCA-Adapter und dann ein Cat-6-Kabel zu einem Gigabit-Ethernet-Port lieferten eine stabile 1 Gbps-Verbindung über mehr als 30 Meter.
Ein wichtiges Hilfsmittel ist der POE-Filter. Er wird an der Stelle befestigt, an der das Kabel ins Haus geführt wird (am Einspeisepunkt). Der Filter reflektiert RF-Signale oberhalb von 1 GHz zurück ins Heimnetz, was zusätzlichen Schutz bietet und die Leistung verbessert. Produkte wie der Belden POE-Filter sind für unter 9,50 € erhältlich.
Fazit und praktische Empfehlung
Für alle, die in Umgebungen leben, in denen bauliche Änderungen schwer oder nicht erlaubt sind, bietet MoCA eine praktische und kostengünstige Lösung. Mit MoCA lassen sich vorhandene Koaxialkabel als Grundlage für ein leistungsfähiges und zuverlässiges Heimnetzwerk nutzen — deutlich günstiger als das Verlegen neuer Ethernet-Kabel. Eine stabile Internetverbindung ist heute unverzichtbar, und MoCA ist eine brauchbare, effiziente Alternative, um das zu erreichen. Ob fürs Homeoffice, den Keller oder den Dachboden: Für viele Nutzer kann diese Technik eine deutliche Verbesserung bringen.